Prozessschutz
Kurzbeschreibung
Identifizierung und Realisierung bzw. Ausweisung (als Habitatbaumgruppen, Waldrefugien, Bannwälder sowie Kernzonen von Nationalparks und Biosphärengebieten) von Waldflächen bzw. Schutzgebieten im Wald, auf und in denen Prozessschutz stattfindet. Prozessschutz im Sinne der Landesnaturschutzstrategie bezweckt den Schutz natürlicher, vom Menschen unbeeinflusster Prozesse von und in Waldökosystemen sowie zugunsten schützenswerter Arten. Derzeit sind im Staatswald Baden-Württemberg auf 6.800 ha Bannwälder (einschließlich der Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb) ausgewiesen.
Ziel 8 (Was soll erreicht werden?)
Durch die Ausweisung von ca. 24.500 ha dauerhaft nutzungsfreier Waldfläche ist Prozessschutz realisiert. Im Zuge der Realisierung der angestrebten Großschutzgebiete kann sich die nutzungsfreie Waldfläche auf ca. 32.600 ha (ca. 10% der Staatswaldfläche) erhöhen.
Kriterien (Wann ist das Ziel erreicht?)
Das Ziel ist erreicht, wenn
1. bis 2020 alle Waldrefugien aus dem Alt- und Totholzkonzept (AuT) realisiert sind
(ca. 9.500 ha)
2. bis 2020 alle Habitatbaumgruppen aus dem AuT realisiert sind (ca. 5.700 ha)
3. geplante Bannwaldflächen realisiert sind (ca. 2.500 ha)
Diese nutzungsfreien Waldflächen können ergänzt werden durch die angestrebte Ausweisung
4. eines Biosphärengebiet Südschwarzwald (ca. 600 ha) sowie
5. eines Nationalpark Nordschwarzwald (ca. 7.500 ha)
Umsetzung (Wie kann das Ziel erreicht werden?)
Maßnahmen
- Umsetzung der Waldrefugien aus dem Alt- und Totholzkonzept
- Umsetzung der Habitatbaumgruppen aus dem Alt- und Totholzkonzept
- Zeitnahe Realisierung geplanter Bannwaldausweisungen
- Ausweisung eines angestrebten Biosphärengebiets Südschwarzwald
- Ausweisung eines angestrebten Nationalparks Nordschwarzwald
Diskussionspunkte und Fragen für die Online-Beteiligung
• Hinsichtlich welcher Vorgaben (z.B. regionale Verteilung, Waldgesellschaften oder Größenklassen) sollen künftig auszuweisende Bannwälder repräsentativ sein?
• Welche Strategien im Umgang mit Zielkonflikten (z.B. Prozessschutz versus Artenschutz; Aufgabe forstlicher Nutzung versus Versorgung mit dem regenerativen Rohstoff Holz) im Zusammenhang mit nutzungsfreien Wäldern gibt es?
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